Lehrstuhl für Gründungs- und Innovationsmanagement

Forschungsprojekte

Wirtschaftliche Entwicklung von Ausgründungen aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Förderung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektzeitraum: 11/2007 bis 03/2010

Für Industrienationen wie Deutschland ist der Technologietransfer aus öffentlich grundgeförderten Forschungseinrichtungen in die Wirtschaft ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Ausgründungen aus Universitäten (akademische Spin-offs) übernehmen in diesem Zusammenhang eine besondere Transferfunktion, da sie oftmals radikale Technologien in wirtschaftliche Anwendungen überführen.

Die Studie verfolgte das Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung von Ausgründungen aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen systematisch abzubilden. Dabei sollten jene Faktoren analysiert werden, die das Wachstum der Spin-offs maßgeblich beeinflussen. Ein Hauptaugenmerk wurde dabei auf den Einfluss des frühzeitigen Kontaktaufbaus zu Kunden gelegt.

Im Rahmen einer empirischen Erhebung wurden 147 akademische Spin-offs zu Erfolgsgrößen und potenziellen Einflussfaktoren ihrer wirtschaftlichen Entwicklung befragt. Zudem wurden persönliche Interviews mit Gründern akademischer und privatwirtschaftlicher Spin-offs sowie mit früheren Kunden dieser Unternehmen geführt und in Fallstudien analytisch aufbereitet.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine heterogene Wachstumsorientierung der betrachteten Spin-offs, die mit einem divergenten, tatsächlichen Umsatz- und Mitarbeiterwachstum einhergeht. Als wichtige Einflussgröße konnte beispielsweise die Fähigkeit des Gründers identifiziert werden, geeignete Anwendungsbereiche für die entwickelte Technologie zu finden. Die Studie identifiziert als einen weiteren kritischen Aspekt, der für das Wachstum von akademischen Spin-offs maßgeblich verantwortlich ist, den Auf- und Ausbau von Legitimität am Markt. Es erwies sich als entscheidend, dass akademische Spin-offs von schon frühzeitig von potenziellen Kunden, Investoren und anderen Geschäftspartnern als verlässlicher Partner wahrgenommen werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem, dass Ausgründungen aus Universitäten ihre wichtigen Erstkundenkontakte häufig bereits vor der eigentlichen Gründung knüpfen. Die Bedeutung dieser Kontakte, die oftmals von einem hohen Anfangsvertrauen geprägt waren, welches sich bereits in der Vorgründungsphase entwickelte, wurden von den Spin-offs jedoch oftmals unterschätzt.

Wie Inkubatoren akademische Hightech-Ausgründungen besser fördern können

Förderung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektzeitraum:  11/2009 – 02/2012

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Akademische Hightech-Ausgründungen (Spin-offs) tragen in großem Maße dazu bei, bahnbrechende Innovationen aus Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen in wirtschaftliche Anwendungen zu überführen. Sie können auf diese Weise einen bedeutenden Beitrag zu einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten. Auf dem Weg vom Forschungslabor in die Wirtschaft müssen akademische Spin-offs jedoch eine Reihe von Hürden überwinden, an denen viele von ihnen scheitern. Insbesondere fehlende Marktakzeptanz sowie eine fehlende Vorstellung von einem marktfähigen Produkt oder einem geeigneten Zielmarkt sind symptomatisch für akademische Spin-offs.

Inkubatoren sind ein in den letzten Jahren zunehmend eingesetztes Instrument zur Verbesserung der Erfolgsaussichten junger Unternehmen. Diese sollen helfen, das innovative Potenzial dieser Unternehmen zu fördern, indem sie ihnen die geeignete, entwicklungsfördernde Unterstützung zur Verfügung stellen. Wie diese Unterstützung im Falle akademischer Spin-offs aussehen sollte, galt es im Rahmen der Studie zu analysieren.

Hierzu war zunächst eine Bestandsaufnahme von in Deutschland ansässigen Inkubatoreinrichtungen und den durch sie angebotenen Unterstützungsleistungen in den Bereichen (1) Beratung, (2) Netzwerkaufbau, (3) Infrastruktur und (4) Finanzierung erforderlich. Auf Basis einer Befragung von 100 Inkubatoren wurden Einrichtungen mit ähnlichen Angebotsprofilen zunächst zu Typen gruppiert. In einen Folgeschritt wurden anhand von Interviews mit akademischen Spin-offs Bedarfsprofile erstellt und anschließend den Angebotsprofilen der identifizierten Inkubatortypen gegenübergestellt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass akademische Spin-offs insbesondere ihre Kompetenzen im Bereich Unternehmens- und Personalführung stärken müssen, beispielsweise durch gezielte und individuelle Coaching- und Mentorenangebote der Inkubatoren. Eine Stärkung der entsprechenden Fähigkeiten auf Seiten von Spin-offs wird von vielen Inkubatoren jedoch entweder nur sehr begrenzt geleistet oder ist zu unspezifisch bzw. allgemein gehalten. Auch eine spezialisierte juristische Beratung, beispielsweise bei der Anmeldung von Patenten, wird von vielen Spin-offs benötigt. Weiterer überwiegend ungedeckter Unterstützungsbedarf der Spin-offs erstreckt sich auf Hilfe beim Kontaktaufbau zu Kunden, die Nutzung von teuren Spezialgeräten und auf die Akquise von Kapitalgebern.

Wirtschaftliche Bedeutung des patentierten grundlagenorientierten Wissens in Deutschland

Förderung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektzeitraum: 07/2010 – 09/2013 (weitere Analysen laufen derzeit noch)

Die Bundesregierung erhofft sich durch die „Hightech-Strategie“, Deutschland zu einem der wichtigsten Zukunftsmärkte zu erheben. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die unternehmerischen Rahmenbedingungen für die Kommerzialisierung von Technologien aus öffentlichen Forschungseinrichtungen für privatwirtschaftliche Unternehmen.

Ziel der Studie ist es, Einflussfaktoren zu identifizieren, die sich förderlich auf die Kommerzialisierung von Grundlagenwissen auswirken. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass ein möglichst großer Teil der Wertschöpfung aus der inländischen Forschung auch hierzulande stattfindet. Auf Basis von Patentdatenanalysen soll der (1) Wissensfluss aus öffentlich finanzierter grundlagenorientierter Forschung aufgezeigt werden, (2) welche Länder von dieser Forschung besonders profitieren und (3) welche unternehmerischen und institutionellen Rahmenbedingungen die Wertschöpfung aus grundlagenorientierter Forschung begünstigen. Zudem wird mittels Unternehmensbefragung die (4) Bedeutung der öffentlichen, grundlagenorientierten Forschung für die privatwirtschaftliche anwendungsnähere Forschung untersucht und (5) inwiefern sich die unternehmerischen Rahmenbedingungen zur Verwertung der Ergebnisse von grundlagenorientierter Forschung über unterschiedliche Branchen, Technologien und Länder unterscheiden.

Erste empirische Ergebnisse der Patentdatenanalyse zeigen, dass es in bestimmten Technologiefeldern zu einem überproportionalen Aufgreifen grundlagenorientierter Forschung im Ausland kommt und teilweise in denselben Technologiefeldern überproportionale Forschungsschwerpunkte deutscher Forschungsinstitute liegen.